Wirkmechanismus der Radontherapie entschlüsselt
Transforming Growth Factor -ß (TGF-ß)Ein Indikator für den Effekt der Heilstollen-Kur
bei Patienten mit M. Bechterew.
Dr. Rainer Hubmann, Ludwig Boltzmann Institut für Zytokinforschung, Universität Wien
TGF-ß (Transformierender Wachstumsfaktor) ist ein von unterschiedlichen Zellen und Geweben (Blutplättchen, Knochen, etc.) gebildeter Botenstoff (Zytokin), der regulierend in diverse Reparaturvorgänge des Organismus eingreift. So fördert TGF-ß die Wundheilung, die Regeneration von Muskel- und Nervengeweben und hemmt andererseits überschießende immunologische Prozesse sowie Entzündungsreaktionen.
Eine übermäßige Bildung von TGF ß kann allerdings zu gegenteiligen Reaktionen führen, sodass im Organismus, wie für alle Zytokine, ein Gleichgewicht erhalten werden muss.
Die Gasteiner Heilstollen Kur dürfte zur Wiedergewinnung dieser immunologischen Homöostase wirkungsvoll beitragen.
Die Analyse von mehr als 80 Patienten mit Morbus Bechterew, (eine chronische rheumatische Erkrankung die vor allem die Wirbelsäule betrifft und an der ca. 2 Prozent der Bevölkerung leiden) die sich einer Heilstollen-Behandlung in Gastein unterzogen, zeigte nach Ende der Kur in über 80% der Fälle einen signifikanten Anstieg des TGF-ß Serumspiegels. Bei Kontroll-Patienten fanden sich unter den gleichen Behandlungsbedingungen keine offensichtlichen Veränderungen. Dies kann als Hinweis dafür gelten, dass mit TGF-ß erstmals ein Parameter zur Verfügung steht, durch den der therapeutische Effekt der Gasteiner Kur objektiv gemessen werden kann.
Ein wesentlicher Grund, wieso Radon so gut wirkt, ist dass es latentes im Körper vorhandenes TGF-ß in aktives TGF-ß umwandelt. Damit wird einerseits eine schnelle Wirkung erreicht, weil die akuten Entzündungen reduziert werden.
Ganz wichtig ist dabei jedoch auch der Langzeiteffekt. Oftmals reicht ein Impuls aus um ein Geschehen zu bewirken. Und bei der Heilstollen Kur wird durch diese Erhöhung des TGF-ß ein Heilungsprozess ausgelöst, der oft erst nach Monaten messbar und bemerkbar ist.
Dr. Rainer Hubmann




